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Schon seit längerem urteilen die Gerichte dahingehend, dass eine Telefonnummer in die Widerrufsbelehrung gehört, wenn die Unternehmen auch mit einer telefonischen Kontaktaufnahme werben. Siehe zum Beispiel OLG Hamm, Beschluss vom 24.03.2015 Az.: 4 U 30/15. Hintergrund ist, dass der Gesetzgeber in den Gestaltungshinweisen zum Ausfüllen der Widerrufsbelehrung folgendes bestimmt hat: Der Unternehmer solle seinen Namen, seine Anschrift und, soweit verfügbar, seine Telefonnummer, Telefaxnummer und E-Mail-Adresse angeben.

Dies hat nun auch das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht in einer Entscheidungen bestätigt (Urteil vom 10.01.2019, Az. 6 U 37/17).

(Service-) Telefonnummer muss in Widerrufsbelehrung, sofern als Kontaktmedium vorhanden

Nach einer Pressemeldung hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht im Fall einer  verwendeten Servicetelefonnummer ausgeführt:

Die Beklagte hat die ihr obliegenden Belehrungspflichten gegenüber Verbrauchern nicht erfüllt, weil sie eine Telefonnummer, die sie für den Kontakt mit bereits vorhandenen Kunden nutzt, in der Muster-Widerrufsbelehrung nicht angegeben hat. Der Gesetzgeber hat zum Ausfüllen der Widerrufsbelehrung einen Gestaltungshinweis formuliert. Danach soll der Unternehmer seinen Namen, seine Anschrift und, soweit verfügbar, seine Telefonnummer, Telefaxnummer und E-Mail-Adresse angeben.

Da der Widerruf nicht nur in Textform, sondern auch telefonisch oder mündlich erklärt werden kann, muss der Unternehmer dem Verbraucher die Telefonnummer jedenfalls dann mitteilen, wenn er diese Telefonnummer auch sonst nutzt, um mit seinen Kunden in Kontakt zu treten. So ist es bei der Beklagten. Sie nutzt verschiedene Telefonnummern, über die sie von ihren Kunden u.a. zur Inanspruchnahme von Serviceleistungen im Zusammenhang mit bereits geschlossenen Verträgen angerufen werden kann. Deshalb muss sie über diesen Kommunikationsweg auch etwaige Widerrufe entgegennehmen.


ACHTUNG:
Bei dem Widerrufsformular verhält es sich genau andersherum. Dort darf keine Telefonnummer erscheinen, auch wenn diese ansonsten vom Anbieter verwendet wird, da die Übermittlung des Formulars an eine Telefonnummer schon technisch gesehen nicht möglich ist. Einige Gerichte sehen auch im Falle der Veröffentlichung einer Telefonnummer im Widerrufsformular einen Abmahnungsgrund. Siehe insoweit auch unseren folgenden Beitrag.


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